Neue Pflichten für Banken


Retten Sie Ihr Geld vor der Politik, den Banken und dem grauen Kapitalmarkt


Auszug aus der Sonderveröffentlichung von Dr. Erhard Liemen
"Das Kartell der Vermögens-Vernichter"

 

 


Im Zuge der Finanzkrise hat die Bundesregierung im Juli 2009 ein Paragraphenwerk zum besseren Anlegerschutz verabschiedet. Selbst den Politikern und gut verdienenden Ministerialbeamten, die sich dank üppiger Pensionen nicht um die eigene Altersvorsorge kümmern müssen, war klar geworden, wie häufig von Banken vorsätzlich falsch beraten wurde. Ein zentraler Punkt der Reform ist die Wiederabschaffung der kurzen 3-jährigen Verjährungsfrist. Wie oben dargelegt, hat dieses Banken-Sonderrecht bei zigtausend Anlegern für erhebliche Schäden gesorgt.


Neu ist, dass die 3-Jahres-Frist erst dann zu laufen beginnt, wenn Sie als Bankkunde von einem Anspruch erfahren. Erst nach Ablauf von zehn Jahren sind Schadenersatzansprüche wegen Falschberatung endgültig ausgeschlossen.


Findet die Beratung in einer Filialbank statt, müssen Bankberater Verkaufsgespräche protokollieren und die Aufzeichnungen vor dem Geschäftsabschluss unterschrieben an Sie aushändigen. Das Protokoll soll im Streitfall als Beweismittel dienen. Erfolgte die Beratung telefonisch, muss Ihnen die Bank ein Protokoll zusenden. Sollte dieses das Gespräch nicht korrekt wiedergeben, können Sie binnen einer Woche ein Widerrufsrecht nutzen. Die Beweislast für die Richtigkeit des Protokolls soll bei der Bank liegen.


Damit hat der Gesetzgeber nachvollzogen, wozu ich meinen Lesern schon seit Jahren rate: Nämlich bei jeder Beratung ein Protokoll anfertigen und vom Berater gegenzeichnen zu lassen. Künftig dürfte es auch nicht mehr so wichtig sein, bei Gesprächen über größere Anlagesummen einen Anwalt oder Steuerberater hinzuzuziehen, der dann für den Fall einer Falschberatung als Zeuge herangezogen werden kann.


Noch anlegerfreundlicher wäre es gewesen, die Beweislast bei Schadenersatzprozessen vollständig den Banken aufzuerlegen. Denn: Nach wie vor besteht der Interessenskonflikt, dass der Berater eben nicht in erster Linie unabhängiger Berater, sondern abhängiger Verkäufer ist. Daran ändert sich auch nichts, wenn Banken mehr und mehr dazu übergehen, für eine Beratung Honorar zu verlangen. Ist der Berater nicht wirklich unabhängig, läuft das Ganze im Endeffekt doch wieder auf ein Verkaufsgespräch hinaus.