Worauf Sie beim Kauf und Verkauf von Aktien unbedingt achten sollten


Retten Sie Ihr Geld vor der Politik, den Banken und dem grauen Kapitalmarkt


Auszug aus der Sonderveröffentlichung von Dr. Erhard Liemen
"Das Kartell der Vermögens-Vernichter"

 

 


Nach dem katastrophalen Börsenjahr 2008 haben viele Anleger das Vertrauen in Aktien verloren. Wer nicht rechtzeitig ausgestiegen ist, hat große Verluste zu verzeichnen. Indes: Dass es bei Aktien zwischendurch immer wieder zu Krisen kommt, ist ganz normal. Solange die Papiere nicht verkauft werden, bleiben Wertverluste nominal. Folgen wieder gute Jahre, haben die im Depot geführten Aktien Aufwärtspotenzial. Langfristuntersuchungen haben ergeben, dass Aktien bei entsprechender Haltedauer gewinnträchtiger sind als alle anderen Wertpapiere.


Sie sollten dennoch gute Nerven haben, wenn Sie in Aktien investieren wollen. Legen Sie zudem nur den Teil Ihres Vermögens an, den Sie über mehrere Jahre nicht brauchen. Selbst wenn Sie risikofreudig sind, sollte die Aktienquote maximal 30 % betragen. Bedenken Sie weiterhin:


Je verlockender die Gewinnchancen sind, desto höher ist auch das Risiko eines Verlusts. Deshalb sollten Sie vor dem Kauf einer jeden Aktie folgende Aspekte beachten. Erst wenn Sie bei allen Punkten mit gutem Gewissen ja sagen können, ist diese Aktie auch eine Vertrauen erweckende Kapitalanlage:


„Es gibt keine todsicheren Tipps!“ Behalten Sie diese alte Regel immer im Hinterkopf, wenn Ihnen jemand eine Aktie empfiehlt. Investment-Banken, Wirtschaftszeitungen und Finanzberater neigen dazu, ihren Klienten immer neue Aktien als todsichere Anlage zu empfehlen. Anglizismen wie „akkumulieren“ oder „Outperformer“ werden dabei gern verwendet und suggerieren hohe Gewinnchancen. Bedenken Sie dabei aber immer: Auch diese „Analysten“ können nicht in die Zukunft sehen. „Todsichere“ Empfehlungen gibt es nicht. Fragen Sie sich daher immer: Kann ich persönlich dem Unternehmen vertrauen, dessen Aktien ich kaufen möchte? Verstehe ich, was das Unternehmen macht? Ist das Unternehmen in einer Branche tätig, die auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird (zum Beispiel in der Pharma- oder Chemiebranche)?


Achten Sie beim Kauf von Aktien auf den Zeitpunkt Ihres Investments. Es ist falsch zu behaupten, langfristig würde jeder Kurs steigen. Nehmen Sie sich die Zeit und betrachten Sie den historischen Verlauf der Kursentwicklung einer Aktie. Handelt es sich dabei zum Beispiel um einen „zyklischen“ Wert, dann kann Ihnen der Einstieg in Zeiten steigender Kurse leicht Verluste einbringen. Hier gilt: Auch wenn Sie von dem Unternehmen überzeugt sind – warten Sie lieber, bis der Wert zu sinken beginnt. Denn, so eine weitere Börsenregel, auch beim Kauf braucht ein erfolgreicher Aktionär zuweilen drei Eigenschaften: „Geduld, Geduld und nochmals Geduld.“ Wollen Sie langfristig investieren, kaufen Sie Aktien nie auf einen Schlag. Nutzen Sie stattdessen schwache Börsenphasen, um sukzessive mit nach unten gestaffelten Limits nachzukaufen.


Behalten Sie die gesamtwirtschaftliche und die politische Situation im Auge. Entscheidend für die zukünftige Entwicklung vieler Unternehmen sind die wirtschaftlichen und politischen Bedingungen, mit denen sie zurechtkommen müssen. Welche langfristigen Pläne zur Unternehmensbesteuerung oder zur Wirtschaftsförderung haben die Parteien? Wie entwickelt sich die Europäische Union in Zukunft? Welche Ziele hat die Europäische Zentralbank? Wie entwickelt sich der Euro zum US-Dollar oder zu wichtigen asiatischen Währungen? Was wird künftig überhaupt aus dem Euro?


Diese und weitere Fragen frühzeitig beantworten zu können, ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Ihre rentable Kapitalanlage.


Daher analysiere ich im Deutschen Wirtschaftsbrief ständig die wirtschaftspolitische Situation, gebe fundierte Prognosen über die weiteren Entwicklungen ab und empfehle nur Werte, die sich auch unter zukünftigen Bedingungen voraussichtlich überdurchschnittlich entwickeln werden. Mit Erfolg:


Attestiert von der WSH Deutsche Vermögens-Controlling Düsseldorf habe ich mit den Anlageempfehlungen des Deutschen Wirtschaftsbriefs in den Jahren 2000 bis Ende 2009 eine Performance vor Steuern von 128,4 % erzielt. Vergleichbare Indizes haben in diesem Zeitraum nur einen Wertzuwachs von 46,0 % aufzuweisen.


Das ist beim Aktienverkauf zu bedenken


Jede Aktie steht und fällt in „normalen“ Börsenzeiten mit der wirtschaftlichen Ertragskraft des Unternehmens. Der Aktienkurs kann somit starken Schwankungen unterliegen. Wird ein Unternehmen insolvent, ist das Aktienkapital ganz, bei einer Sanierung nach Überschuldung in der Regel weitgehend verloren. Das heißt: Sie müssen Ihre Aktien schon im Auge behalten.


Verfügen Sie über einen Internet-Zugang, geht das ganz bequem. So bieten beispielsweise Banken Seiten an, auf denen Sie Ihr Depot überwachen können. Sie brauchen nur die entsprechenden Wertpapiere einzugeben. Die Kurse werden ständig aktualisiert sowie Gewinne oder Verluste automatisch ausgewiesen.


Übertreiben Sie es aber nicht: „Es ist unsinnig, die Aktienkurse ununterbrochen zu verfolgen. Wenn man von der Richtigkeit seiner Anlage überzeugt ist, muss man hartnäckig, zäh und geduldig sein.“


Auch diesen Spruch des Börsenspekulanten André Kostolany sollten Sie beherzigen. Das können Sie auch, wenn Sie tatsächlich in Unternehmen investiert haben, die Ihr Vertrauen verdient haben. Nur: Auf Dauer werden Sie kein Unternehmen finden, dessen Aktienkurs permanent steigt.


Weil es so wichtig ist, nochmals: Viele Anleger begehen den Fehler, an bestimmten Aktien förmlich zu kleben. Sie sitzen selbst extreme Kursschwankungen aus. Kommt irgendwann der Zeitpunkt, zu dem die Aktie wegen Kapitalbedarfs verkauft werden muss, ist die Enttäuschung groß.


Beispiel Siemens: Wer diese Aktie Anfang 1999 kaufte, bezahlte dafür etwa 40 €. Im Jahresverlauf 2000 stieg der Kurs in der Spitze auf bis zu 130 €. 2001 und im Herbst 2008 fiel er wieder bis unter die 40-€-Marke. Wer diese Berg- und Talfahrt mitgemacht hat, ohne zumindest einen Teil der Gewinne zu realisieren, hat die einzigartige Gelegenheit verpasst, mühelos richtig viel Geld an der Börse zu verdienen.


Natürlich fällt es gerade in guten Börsenzeiten nicht leicht, sich für den Verkauf einer Aktie zu entscheiden. Schließlich könnte der Kurs ja noch höher steigen. Das Beispiel Siemens verdeutlicht das besonders plastisch. Ähnlich ist es Anlegern mit der Deutschen Telekom ergangen: Dreistellige Buchgewinne haben sich in wenigen Monaten im Börsenalltag verflüchtigt. Sie sollten deshalb den Mut finden, erfreuliche Kursentwicklungen zumindest teilweise oder auch ganz zum Ausstieg zu nutzen. Selbst wenn Sie sich später ärgern, dass Sie noch mehr Geld hätten verdienen können: Nur realisierte Gewinne sind echte Gewinne.


Die Entscheidung, wann Sie eine Aktie verkaufen, sollten Sie immer selbst treffen. Hilfreich kann es dafür sein, sich bestimmte Kursgrenzen nach oben und unten abzustecken und sich bei deren Erreichen konsequent von einer Aktie zu trennen. Das erfordert viel Disziplin. Diese streng kaufmännische Ausrichtung wird sich aber unter dem Strich auszahlen. Denn:


Niemandem gelingt es, bei Aktien jedes Mal den wirklich optimalen Ein- oder Ausstiegszeitpunkt zu erwischen. Was optimal gewesen wäre, stellt sich immer erst im Nachhinein heraus.


Verzichten Sie bei Aktien nicht auf Absicherungen


Arbeiten Sie mit individuellen Stopp-Loss-Marken. Sie können so in guten Börsenzeiten festlegen, wann Sie mit einer Aktie genug verdient haben. Erreicht ein Aktienkurs das von Ihnen angestrebte Niveau, sollten Sie die Gewinne realisieren. Bei Kursanstiegen in ansonsten unsicheren Zeiten sollten Sie Ihre Stopp-Loss-Marken nach oben anpassen.


Stopp-Loss-Marken sind aber auch sinnvoll, um Kursverluste in schwierigen Börsenzeiten in Grenzen zu halten. Wo Sie solche Grenzen ziehen wollen, ist wiederum Ihre persönliche Entscheidung. Ratsam ist es, eine Aktie dann ins Auge zu fassen, wenn der Aktienkurs etwa 15 % unter Ihren Einstandspreis gefallen ist. Ab einem Minus von etwa 20 % kann es empfehlenswert sein, zu Teilverkäufen überzugehen. Also technische Erholungsphasen zu nutzen, um den Bestand nach und nach zu reduzieren. Denn: Je tiefer Sie in die roten Zahlen gerutscht sind, desto problematischer wird ein späterer Ausgleich. Für Sie zur Wertaufholung diese Zahlen:


Um 15 % Verlust nur auszugleichen, müssen Sie in zwei Jahren eine Jahresrendite von 8,47 % erzielen. In fünf Jahren 3,30 %. Bei einem Minus von 25 % erfordert die Wertaufholung zwei Jahresrenditen von je 15,47 %. Bei fünf Jah ren wären es 5,92 %. Wurden 40 % Verlust gemacht, sieht es für die Wertaufholung finster aus: Der Ausgleich erfordert hier regelmäßige Jahresrenditen von 29,10 bzw. 10,76 %.


Diese Zahlen verdeutlichen Ihnen, wie wichtig es für Sie bei roten Zahlen ist, die Reißleine zu ziehen. Und zwar so rechtzeitig, dass Sie Verluste mit weniger risikoreichen Anlagen wieder wettmachen können. D iese Chance bleibt Ihnen immer, wenn Sie bei Kursen von etwa 15 % unter dem E instandspreis verkaufen. Zudem können Sie sich dann für eine ruhigere Strategie entscheiden, was auch Ihre Nerven schont.


Versuchen Sie, Aktien billig einzukaufen


Arbeiten Sie mit Abstauber-Limits. Rückt in schwierigen Börsenphasen die Zeit näher, dass es zu einer Bodenbildung kommt, eröffnet Ihnen das die Chance, Aktien zu Schnäppchenpreisen zu erwerben. Anders als bei individuellen Stopp-Marken, die Sie sich selbst gesetzt haben, erteilen Sie der Bank feste Kauforders. Das allerdings zu Kursen, die deutlich unter denen zum Zeitpunkt der Auftragserteilung liegen. Wird dieses Niveau während der Laufzeit nicht erreicht, führt die Bank den Auftrag nicht aus. Dort, wo es funktioniert, erhalten Sie möglicherweise den Zuschlag zu einem Preis, der sich auf längere Sicht als extrem günstig erweist.